Papyrus Tongeren

Ende 2006 wurde in der Sammlung des Gallisch-Römischen Museums in Tongeren (Belgien) ein außergewöhnliches Objekt gefunden.
Es lag in einer Kiste mit römischen Holz- und Lederfragmenten. Die Funde stammten aus den Ausgrabungen am Broeckberg in Tongeren, man hatte sie aber noch nie untersucht, obwohl sie bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ausgegraben worden waren. Da es aber bei den römischen Funden lag, ging man davon aus, dass es auch aus der römischen Zeit stammte.
Auf den ersten Blick sah es aus, wie ein Stück Baumrinde, was bei näherer Betrachtung jedoch nicht der Fall sein konnte. Das Objekt glich am meisten einem kleinen Päckchen Papyrus, was aber wenig wahrscheinlich erschien, da Papyrus nicht oder nur äußerst selten in Europa erhalten geblieben war. Es waren auf den ersten Blick auch keine Schriftzeichen erkennbar.
Prof. Clarysse, - ein Papyrologe der Katholischen Universität Leuven -, würde herbeigerufen und er bestätigte sofort, dass es sich hier um eine bedeutende Entdeckung, und zwar um einen Codex aus Papyrus handelte.
Dieser Fund war in Nordwesteuropa einzigartig.